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So funktioniert der Konstanttemperaturkessel

Der Konstanttemperaturkessel einer Ölheizung oder Gasheizung verbraucht im Gegensatz zu einer Brennwertheizung ein Vielfaches an Gas, was ihn heutzutage ökonomisch, wie auch ökologisch einfach untragbar macht. Als derartige Heizungen in der Vergangenheit verbaut wurden, ging es aber keineswegs darum, möglichst viel Energie zu verschwenden.

Der Konstanttemperaturkessel arbeitet normalerweise dauerhaft bei einer Temperatur zwischen 70 und 90 Grad Celcius, um das im Öl oder Gas enthaltene Wasser am Kondensieren zu hindern. Während dieser Kondensation würden sich nämlich aggressive Säuren freisetzen, die im Konstanttemperaturkessel enormen Schaden anrichten könnten. Daher ist diese Bauweise schlichtweg eine Reaktion auf die Korrosionsanfälligkeit älterer Heizungen.

Moderne Brennwertkessel sind Korrosionsbeständig

Die Brennwerttechnik ist zwar kein Quantensprung im Heizungsbau, aber dennoch überaus effizient. Durch Materialien wie Edelstahl und Keramik können moderne Heizkessel so korrosionsbeständig gebaut werden, dass man sich bei der Verbrennung von Gas nicht mehr vor aggressiven Inhaltsstoffen in Acht nehmen muss. Stattdessen kann das kondensierende Wasser gezielt eingesetzt werden, um die Effizienz eines Brennwertkessels noch weiter zu steigern.

Pflicht zur Abschaffung alter Heizkessel (Konstanttemperaturkessel)

Gemäß des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) vom 01.11.2020, dem Rechtsnachfolger der Energieeinsparverordnung 2014 (EnEV 2014), sind alle Heizungsanlagen, die älter 30 Jahre sind durch moderne zu ersetzen. Dies gilt jedoch nur für Besitzer, die das Haus nach dem 01.02.2002 gekauft haben. Diese sind zur Modernisierung verpflichtet. Niedertemperaturkessel und Brennwertkessel sind hiervon jedoch ausgenommen.

Gründe, die gegen einen Konstanttemperaturkessel sprechen

Neben den gesetzlichen Vorschriften gibt es weitere gute Gründe den Kessel zu tauschen. So ist die Nutzung eines Konstanttemperaturkessels mit hohen energetischen Verlusten verbunden, da eine große Menge des Brennstoffes dazu verwendet wird, um die ständige Bereitschaft des Heizungskessels zu gewährleisten. Deswegen ist es sinnvoll den Kessel zu tauschen, bevor dieser 30 Jahre alt ist. 

Hinzu kommt, dass bei diesen hohen Temperaturen ein großer Teil der Wärme vom Kessel abgestrahlt wird. Die Änderung der Wärmenachfrage im Gebäude wird durch einen sogenannten Heizungsmischer realisiert, sodass durch das Mischen von Wasserströmen unterschiedlicher Temperatur ebenfalls Verluste entstehen. Unterm Strich erreicht der Konstanttemperaturkessel nur eine Effizienz von 70 Prozent. Eine moderne Brennwertheizung schafft dagegen sogar Werte von über 100 Prozent.

Bild: Energieheld Tipp

Konstanttemperaturkessel sind wegen ihrer Ineffizienz sowohl hinsichtlich der Heizkosten als auch hinsichtlich der Umwelt untragbar. Ihr Wirkungsgrad liegt bei gerade einmal 70 Prozent während Brennwertheizungen teilweise einen Wirkungsgrad bis zu 110 Prozent haben. Konstanttemperaturkessel sollten also dringend ausgetauscht werden.

Außerdem kommen als Brennstoffe für den Konstanttemperaturkessel Öl und Gas zum Einsatz, welche in den letzten Jahren einen rasanten Preisanstieg erfahren haben. Wer also Geld sparen will, der kommt um den Austausch des alten Konstanttemperaturkessels gegen einen moderneren Brennwertkessel eigentlich nicht herum. Da Ölheizungen nicht mehr gefördert werden, ist zudem der Umstieg auf eine Gas-Brennwertheizung zu empfehlen sofern man bisher mit Öl geheizt hat.

Wenn man diese mit einer Solarthermie-Anlage oder einer anderen Heizung auf Basis erneuerbarer Energien kombiniert, erhält man vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eine staatliche Förderung. In Neubauten ist die Installation von Brennwerttechnik ohnehin nur noch in Kombination mit Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien erlaubt. Und die Investition in eine Kombination mit einer Solarthermie-Anlage amortisiert sich mittelfristig und man spart ab diesem Zeitpunkt bares Geld.

Förderungen zur Modernisierung

Stand Juli 2021: Der Staat bietet im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude BEG durch das Bundesamt für Wirtschaft und Kontrolle (BAFA) (Zuschuss) oder die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) (Kredit KfW 262 mit Tilgungszuschuss) die indirekte Möglichkeit einer Förderung. Zwar fördern BAFA und KfW nicht direkt den Austausch eines Kessels. Man kann jedoch 20 bis 30 Prozent der förderfähigen Kosten bzw. der Kreditsummme von höchstens 60.000 Euro als Förderung erhalten, wenn man sich eine neue Gas-Brennwertheizung anschafft und diese zur Hybridheizung mit Komponente auf Basis erneuerbarer Energien zum Ausbau vorbereitet oder gleich fertigstellt.

Öl-Brennwertheizungen sind hiervon ausgenommen - sie werden nicht mehr gefördert. Im Gegenteil: Eine noch höhere Förderung erhalten Sie, wenn Sie eine alte Ölheizung  durch eine Gas-Hybridheizung mit Komponente auf Basis erneuerbarer Energien (EE) tauschen. Hier vergeben BAFA oder KfW eine erhöhte Förderung von insgesamt 40 Prozent der förderfähigen Kosten bzw. der Kreditsumme. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Öl-Austauschprämie. Wurde die Installation einer Gas-Hybridheizung (und damit auch der Tausch des Kessels) von einem eigens dafür vom BAFA zertifizierten Energieberater in einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) angeraten, können Sie mit dem iSFP-Bonus zusätzlich 5 Prozent Förderung erhalten.

Installieren Sie eine besonders emissionsarme Holzheizung als EE-Komponente der Gas-Hybridheizung, wird dies durch den Innovationsbonus mit weiteren 5 Prozent gefördert. Insgesamt können Sie so also bis zu 50 Prozent der Investitonskosten bzw. der Kreditsumme als Förderung erhalten. Das entspricht einer Förderung von maximal 30.000 Euro. Gefördert werden aber auch Optimierungen der bestehenden Heizungsanlage, genauer gesagt des Heizungsverteilsystems wie z. B. ein hydraulischer Abgleich. Bei Fragen zum Thema Förderung können Sie sich gerne über unser Angebotsformular an einen unserer zertifizierten Berater wenden. Wir beraten Sie kostenlos und unverbindlich.

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