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Heizung mieten - lohnt sich das in 2022?

Bild: Miet-Heizung in Technikraum
Neue Heizung - mieten oder kaufen? | © Ansis Klucis / shutterstock.com

Für Besitzer von Wohnimmobilien ist es ein leidiges Thema: Die alte Heizung erzeugt hohe Energiekosten oder sie ist kaputt und muss ausgetauscht werden. Doch die Anschaffung einer neuen Heizung ist teuer. Als Alternative zum Kauf kann man aber auch eine Heizung mieten.

Z. B. die örtlichen Energieversorger oder auch Heizungshersteller bieten dieses - auch als Contracting oder Leasing bekannte - Mietmodell für Heizungen an. Doch lohnt sich das in 2022 überhaupt? Mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und welche Vorteile und Nachteile eine Miet-Heizung mit sich bringt, können Sie im folgenden Artikel erfahren.

Inhalt


    Neue Heizung - ein Überblick

    Bild: Welche Heizung sollte man mieten
    Welche Heizung ist am Besten? | © Yevhen Prozhyrko / shutterstock.com

    Die Anschaffung einer neuen Heizung kostet zunächst einmal viel Geld. Doch durch die Einsparungen bei den laufenden Energiekosten im Vergleich zu einer Heizung, die 15 Jahre oder älter ist amortisieren sich die Anschaffungskosten meist binnen weniger Jahre.

    Vor allem Wärmepumpen und Holzheizungen glänzen durch ihre Effizienz bzw. besonders niedrige Brennstoffkosten und sind zudem sehr umweltfreundlich. Aber auch eine Gas-Hybridheizung mit Komponente auf Basis erneuerbarer Energien und selbst eine einfache Gas-Brennwertheizung entlasten den Immobilienbesitzer bei den Brennstoffkosten.

    Schön und gut, doch was nützt das, wenn einem das Geld für die Anschaffung fehlt? Hier kommen Energieversorger und Heizungshersteller ins Spiel: Sie bieten gegen einen monatlichen Grundpreis die Heizung zur Miete an. Meist handelt es sich dabei um Gas-Brennwertheizungen inkl. günstigem Pauschaltarif für Gas. Es gibt aber auch andere Angebote mit anderen Heizungen wie z. B. Wärmepumpen inkl. günstigem Stromtarif. So muss man keinen verzinsten Kredit aufnehmen.

    Bild: Energieheld-Tipps

    Grundsätzlich sollten Sie im Vorfeld eines Vertragsabschlusses überlegen, ob Sie eine Heizung wirklich mieten wollen, oder ob es bessere Alternativen gibt. Wenn Sie sich z. B. für eine Heizung entscheiden, die förderfähig ist, können Sie einen zinsgünstigen Kredit erhalten und zusätzlich einen Tilgungszuschuss von mindestens 20 Prozent, der die Kreditschuld senkt.


    Angebote für eine neue Heizung

    Heizung mieten: Vorteile und Nachteile

    Die Vorteile liegen auf der Hand: Man braucht kein Eigenkapital, um sich eine neue Heizung anzuschaffen und man muss keinen Kredit aufnehmen. Außerdem beinhaltet der Mietvertrag in der Regel ein Gesamtpaket: In der Miete enthalten sind neben dem Grundpreis für die Heizung selber auch die Kosten für Installation, Wartung und ggf. Reparaturen samt Materialkosten (verlängerte Garantie!) sowie Ausbau und Entsorgung der alten Heizungsanlage.

    Zudem liefert der Versorger sogar noch die Energie zum Heizen (Wärmepumpen-Strom oder Gas) - oftmals zu vergünstigten Konditionen als Pauschalpreis. So bleibt der Immobilienbesitzer finanziell flexibel. Ein weiterer Vorteil: Die Vertragslaufzeit ist begrenzt und nach Ablauf kann man wählen, ob man den Vertrag nochmal verlängert, die Heizung zum Restwert kauft oder ob man sich ein neues Heizungsmodell zur Miete installieren lässt, also einen neuen Vertrag abschließt. Die alte Heizung wird dann ohne zusätzliche Kosten ausgebaut. So hat der Mieter immer einen Heizung, die technisch auf dem neuesten Stand ist und dadurch niedrige Energiekosten.

    Doch es gibt auch Nachteile: Eine Förderung erhält man so nicht und die Heizung zu mieten ist auf lange Sicht teils deutlich teurer, als sich eine neue Heizung selber zu kaufen. Ist der Contracting-Geber ein Energieerzeuger, ist man unter Umständen auf Jahre an diesen und seine Preispolitik gebunden. Ein Wechsel des Anbieters ist quasi ausgeschlossen. Ein weiterer Nachteil: Nicht alle Anbieter sind so fair, die oben genannten Konditionen anzubieten. Fällt nur einer der Vorteile weg, kann die Rechnung kippen und der Mieter wird deutlich übervorteilt.

    Vorteile Nachteile
    Kein Eigenkapital erforderlich Mieten ist deutlich teurer als Kaufen
    Keine Kreditaufnahme nötig Keine Förderung möglich
    Installation + Demontage / Entsorgung der alten Heizung inklusive Bindung an den Energieversorger auf meist mindestens 10 Jahre, Wechsel unmöglich
    Vollservice-Paket: Wartung, Reparaturen + Material inklusive Verkauf der Immobilie kann durch den Mietvertrag kompliziert werden
    Garantie auf Vertragslaufzeit verlängert Heizung gehört einem nach Mietende nicht und muss nach Mietende ggf. zum Restwert gekauft werden (oder man mietet oder kauft einen neue)
    Vertrag kann nach 10 Jahren gekündigt werden  
    Heizung immer auf aktuellem Stand der Technik / Niedriger Energieverbrauch  
    Günstiger Energietarif zum Betrieb der Heizung  

    Kosten für die Heizungs-Miete

    Bild: Kalkulation für eine Miet-Heizung
    Kosten für die Miet-Heizung genau kalkulieren | © PIX1861 / pixabay.com CC0

    Ein pauschaler Preis für die Miete einer Heizung kann hier nicht genannt werden. Das liegt zum einen daran, dass hier unterschiedliche Anbieter unterschiedliche Miet-Modelle zu unterschiedlichen Konditionen anbieten.

    Und zum anderen spielt natürlich auch der Energieverbrauch ein Rolle, wenn der Anbieter ein Energieversorger ist und die Lieferung z. B. von Gas zu einem besonders günstigem Tarif Teil des Vertrages ist. Dennoch wollen wir Ihnen an dieser Stelle auf Basis von Beispielen einen Eindruck zu verschaffen, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

    Wirtschaftlichkeit im Vergleich

    Wie bereits erwähnt, ist die Höhe der Kosten von unterschiedlichen Faktoren abhängig. In unserer Beispielrechnung hat der Mieter einer neuen Gas-Brennwertheizung einen monatlichen Betrag von 98 Euro zu entrichten - also rund 1.180 Euro pro Jahr (über 10 bis 15 Jahre Laufzeit). Der Käufer hat dagegen einmalig 7.500 Euro für die Anschaffung zu bezahlen.

    Hinzu kommen Kosten für Wartung, Installation und Schornsteinfeger, die im Mietvertrag bereits inklusive sind. Außerdem benötigen beide Modelle natürlich Gas als Brennstoff - die jährlichen Kosten hierfür sind identisch: Der jährliche Verbrauch liegt bei 28.000 Kilowattstunden für 4 Personen auf 140 Quadratmetern Wohnfläche wobei die Kilowattstunde Gas 6,17 Cent kostet.

    Auch die Kosten für den Zünd-Strom zum Betrieb der Heizung sind identisch. Im Ergebnis ist die Heizung zur Miete bereits nach Zehn Jahren 2.000 Euro teurer als die gekaufte. Nach 15 Jahren spart man mit der gekauften Heizung sogar 6.500 Euro. Dazu kommt, dass die gemietete Heizung nach Vertragsende zum Restwert gekauft werden muss wenn man sie behalten will, während die gekaufte Heizung bereits abbezahlt ist. In der folgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht.

    Gasheizung Enthaltene Kosten Jahr 10 Jahr 15
    Mieten Miete Heizung
    Brennstoff Kosten
    Wartung/Schornsteinfeger
    Reparaturen
    Strom
    ca. 50.100 € ca. 79.900 €
    Kaufen Anschaffung Heizung
    Brennstoff-Kosten
    Wartung/Schornsteinfeger
    Reparaturen
    Strom
    ca. 48.100 € ca. 73.400 €
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    Anbieter und Heizungen zur Miete

    Bild: Angebotsvergleich Miet-Heizung
    Vergleichen sie genau - hinterher ist es zu spät | © goodluz / shutterstock.com

    Eine Heizung zum Mieten können Sie von verschiedenen Anbietern erhalten. Sowohl Hersteller als auch SHK-Fachbetriebe bieten derartige Miet-Modelle. Vor allem sind es aber Energielieferanten, die - oft in Kooperation mit Heizungsherstellern und / oder örtlichen SHK-Fachbetrieben - das Contracting anbieten.

    Die hier genannten Preise sind ohne Energiekosten zu verstehen und beziehen sich alleine auf Demontage und Entsorgung der alten Heizung, Installation der neuen, Wartung, Reparaturen und Schornsteinfeger und ggf. Demontage, Garantie sowie die Miete für die Heizung selber. Die Energiekosten zum Betrieb sind also nicht mit enthalten.

    Anbieter Heizung zur Miete Beispiel-Preis* Energieverbrauch / Anno Energiekosten** Gesamt-Kosten
    EON Gas-Brennwertheizung ab 98 € / Monat 28.000 kWh 168 € / Monat 266 € / Monat
    Enercity AG ab 113 € / Monat 140 € / Monat 253 € / Monat
    Thermondo ab 79 € / Monat 143 € / Monat*** 222 € / Monat
    enviaM ab 69 € / Monat 143 € / Monat*** 212 € / Monat
    Entega ab 135 € / Monat 174 € / Monat**** 309 € / Monat
    Viessmann ab 77 € / Monat 143 € / Monat*** 220 € / Monat

    * ohne Energiekosten; ** Im Mietvertrag festegelegter Tarif; *** Versorger kann frei gewählt werden, günstigster Tarif (Stand Ende 2020); **** Vertrag beinhaltet Lieferung von Öko-Gas


    Tipps & Fazit

    Sollten Sie die Miete einer Heizung ernsthaft in Erwägung ziehen, vergleichen Sie die Angebote der verschiedenen Anbieter genau, damit die Kosten nicht ausufern. Achten Sie darauf, das Contracting eines Energieversorgers zu nutzen, der einen besonders günstigen Pauschaltarif zur Brennstoffversorgung in seinem Vertrag anbietet. Niedrige Energiekosten führen zu einer besseren Amortisation. Außerdem: Kündigt man den Mietvertrag nach 10 Jahren (meist Mindestvertragslaufzeit) und lässt die alte Heizung durch eine neue, sparsamere Miet-Heizung ersetzen, lassen sich die Mehr-Kosten weiter begrenzen.

    Zudem sollten Sie versuchen, die Stellfläche der Heizung an den Contractinggeber zu vermieten. Unser Tipp: Grundsätzlich sollte man überlegen, ob man nicht lieber eine förderfähige Heizung auswählt. Die Förderung vom Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) enthält einen Zuschuss von bis zu 40 Prozent der maximal förderfähigen Summe von 60.000 Euro. Das entspricht bis zu 24.000 Euro Förderung für den Kauf einer Heizung. Sollten Sie hierzu Fragen haben, nutzen Sie das Kontaktformular und wenden Sie sich ruhig an unsere zertifizierten Berater. Sie helfen Ihnen gerne.

    Bild: Energieheld-Tipps

    Eigentlich ist ein Contracting überhaupt nur für nicht förderfähige Gasheizungen interessant. Trotzdem zahlen Sie für eine Mietheizung selbst dann in fast allen Szenarien mehr für die Anschaffung, als wenn Sie diese gleich kaufen. Ist die Miet-Heizung deshalb Abzocke? Nein, Komfort hat halt seinen Preis. Immerhin erhalten Sie ein Vollservice-Paket und können die Heizung ohne jedes Betriebsrisiko nutzen.