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Inhaltsverzeichnis

So funktioniert die Hybridheizung

Der Begriff Hybrid stammt vom lateinischen hybrida ab, was so viel wie „Mischling“ bedeutet. Im technischen Kontext versteht man unter hybriden Systemen immer die Kombination zweier Technologien, die zwar in sich selbst schon ein Ergebnis liefern, aber durch die gemeinsame Nutzung noch effizienter funktionieren. Genau an dieser Stelle knüpft die Hybridheizung an: Sie besteht aus zwei Heizungssystemen, die sich in sinnvoller Weise ergänzen.

Die Vorteile der Hybridheizung

Da Heizungen auf der Basis regenerativer Energieträger nicht alle ganzjährig in der Lage sind, den Energiebedarf vollständig zu decken, wird dieser Bedarf meist mit einer zusätzlichen Heizung gedeckt. Bei Neubauten können die beiden Technologien perfekt aufeinander abgestimmt werden, um damit höchst effizientes Heizen zu ermöglichen.

Dahingegen wird die nachträglich installierte Solarthermie-Anlage in Altbauten eher zur Entlastung der vorhandenen Ölheizung bzw. Gasheizung genutzt. In einigen Fällen kann es sinnvoller sein, die Solarthermie nicht heizungsunterstützend, sondern nur zur Bereitung des Warmwassers (Trinkwasser) zu nutzen.

Vor dem Kauf einer Solarthermie-Anlage sollte man sich daher ausgiebig von einem Experten beraten lassen. Unterm Strich ist jedoch eines klar: Mit einer Hybridheizung kann man die Vorteile des Energiemixes optimal nutzen und so nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch Heizkosten einsparen!

Die verschiedenen Typen der Hybridheizung

Die Hybridheizung existiert nicht nur für Solarthermie-Anlagen, ist hier aber besonders weit verbreitet. Da die Sonne nachts nun mal gar nicht und im Winter nur sehr wenig scheint, überbrückt man diese Zeiträume mit Pelletheizungen, mit Wärmepumpen und Gasheizungen oder Ölheizungen.

Wärmepumpen brauchen prinzipiell keine Extraheizung, es gibt aber Anwendungsfälle, in denen diese hilfreich ist. Gerade bei erhöhtem Wärmebedarf - wie etwa im Altbau oder in Mehrfamilienhäusern - kann es sinnvoll sein, über die Wärmepumpe nur die Grundlast abzudecken und für die Spitzenlast zusätzlich eine Verbrennungsheizung zu installieren.

Auch der Einsatz einer Brauchwasser-Wärmepumpe zur Warmwasserbereitung ist eine Option. Diese nutzt die Abwärme einer Verbrennungsheizung, um damit Wasser zu erwärmen. Die letztendlich gewählte Konstellation hängt stets vom eigenen Budget und den örtlichen Gegebenheiten ab.

Solarthermie und Pelletheizung

Wer sich auf eine Zentralheizung verlassen möchte und trotzdem Energie sparen will, der ist mit der Kombination aus Solarthermie-Anlage und Pelletheizung bestens bedient. Diese Hybridheizung hinterlässt einen wirklich „grünen Fußabdruck“ auf unserem Planeten, da die benötigte Wärme vollständig aus erneuerbaren Energien gewonnen wird.

Ein praktischer Nebeneffekt: Die Solarthermie-Anlage kann im Sommer die Erwärmung des Trinkwassers erledigen und spart so erheblich an Kosten ein. Und auch im Winter unterstützt sie die Pelletheizung bei der Abdeckung des Wärmebedarfs, sodass auch hier erhebliche Einsparungen an Heiz-Kosten möglich sind.

Auch wenn die Anschaffungskosten für solch ein System recht hoch sein können, fährt man bereits nach 15 Jahren die ersten Gewinne ein. Beide Systeme sind auf einen Pufferspeicher bzw. Solarspeicher angewiesen, weshalb sie sich optimal kombinieren lassen. Alternativ können auch andere Feststoffkessel anstatt der Pelletheizung genutzt werden.

Solarthermie und Ölheizung

Solch eine Hybridheizung findet vermehrt in Altbauten Anwendung, wenn die vorhandene Ölheizung mit einer Solarthermie-Anlage entlastet werden soll. Obwohl Heizöl zurzeit enorm teuer ist (6,99 Cent pro Kilowattstunde, Stand 2018), gestaltet sich der „Vorher-Nachher-Effekt“ bei dieser Hybridheizung besonders eindrucksvoll.

Auch in Neubauten kann diese Konstellation aus Solarthermie und Ölheizung eine gute Alternative darstellen, wenn aus persönlichen Gründen keine Pelletheizung gewünscht wird oder ein Gasanschluss nicht in Frage kommt. Zu beachten ist jedoch, dass die Solarthermie-Anlage (im Gegensatz zur Ölheizung) nicht ohne Pufferspeicher betrieben werden kann und dieser zusätzlich angeschafft werden muss.

Solarthermie und Gasheizung

Genau wie bei Ölheizungen kann die Solarthermie-Anlage auch in Kombination mit einer Gasheizung verwendet werden. Die Anschaffung lohnt sich in jedem Fall, macht sich aber weniger deutlich bemerkbar, da Gas günstiger (6,5 Cent pro Kilowattstunde, Stand 2018) als Heizöl ist. Abgesehen von der notwendigen Anschaffung eines Pufferspeichers ist diese Hybridheizung eine sehr sinnvolle Möglichkeit, um die Umwelt zu schonen und gleichzeitig Heizkosten einzusparen.

Wärmepumpe

Bild: Hybridheizung in Keller
Eine Wärmepumpe | © ROTEX / www.rotex-heating.com

Einfach zusammengefasst benötigt die Wärmepumpe Strom, um ein Gebäude zu beheizen. Da der Strompreis mit 29,87 Cent pro Kilowattstunde (Stand 2017) nicht sonderlich günstig ist, lohnt sich eine gezielte Entlastung des Systems in jedem Fall.

Besonders im Winter, wenn hohe Spitzenlasten aufkommen und die Wärmepumpe (Luft-Wasser-WP) an ihre Kapazitätsgrenze gelangt, ist ein ergänzendes Heizungssystem von Vorteil. Dabei kommen Brennwertheizungen für Gas, Öl oder Biomasse (Pellets, Hackschnitzel oder Holzscheite) infrage.

Aber auch eine Solarthermie-Anlage bietet Einsparpotenziale. Auch hier benötigen beide Systeme nur einen Puffer- bzw. Solarspeicher, um effizient nutzbar zu sein, sodass die zusätzliche Anschaffung eines Pufferspeichers für die Zweitheizung entfällt.

Wärmepumpe und Solaranlage

In Kombination mit einer Solarthermie-Anlage können die Heizkosten (welche eigentlich Teil der Stromkosten sind) zwar gesenkt werden, die bessere Alternative stellt aber eigentlich die Kombination aus Photovoltaik-Anlage und Wärmepumpe bzw. aus Brennwertheizung und Wärmepumpe dar. Insgesamt lassen sich so die Verbrauchskosten deutlich senken und die Investition amortisiert sich, je nachdem für welche Kombination man sich entscheidet, mittelfristig. Ab diesem Zeitpunkt machen Sie durch die Einsparungen Gewinn.

Heizen mit dem Eisspeicher

Eisspeicher sind eine Bauart der Wärmepumpe und müssen stets in einem Hybridsystem betrieben werden, um dauerhaft nutzbar zu sein. Bei dieser Variante wird einem Wasservorrat beständig Wärme entzogen, die anschließend bequem zum Heizen genutzt werden kann. Der Begriff "Eisspeicher" wird deshalb verwendet, weil das Wasser bei starkem Wärmeverlust gefriert. Neue Wärme kann dann zum Beispiel durch eine Solarthermie-Anlage zugeführt werden.

BHKW und Brennstoffzelle

Bild: Brennstoffzelle in Einbausituation
Brennstoffzelle in Technikraum | © elcore

Das Blockheizkraftwerk (BHKW) ist ebenfalls eine Form der Hybridheizung, da es zum wirtschaftlichen Betrieb eine herkömmliche Heizung zur Spitzenlastabdeckung benötigt. Hier kommen Brennwertkessel für Öl, Gas oder Pellets als Spitzenlastträger in Frage. Außerdem stellt ein BHKW nicht nur Wärme her, es produziert auch Strom, weshalb in diesem Zusammenhang auch von Kraft-Wärme-Kopplung gesprochen wird. Betrieben werden BHKW mit Gas, Öl oder Biomasse. 

Ein ähnliches Wirkungsprinzip liegt der Brennstoffzelle zugrunde, obwohl sie genau genommen kein BHKW ist. Da sie jedoch ebenfalls Strom und Wärme produziert, wird auch sie mit Kraft-Wärme-Kopplung in Verbindung gebracht. Und auch die Brennstoffzelle benötigt zum wirtschaftlichen Betrieb eine zusätzliche Gasheizung, weshalb sie ebenfalls zu den Hybridheizungen gehört.