Warum dürfen nur noch Brennwertheizungen eingebaut werden?

+6 Punkte
Gefragt 6, Okt 2016 in Heizung von Veronika (370 Punkte)
Kategorie geändert 24, Okt 2016 von eheld-admin

2 Antworten

+7 Punkte
Beantwortet 9, Okt 2016 von Martin Schlobach (1,130 Punkte)
ausgewählt 4, Nov 2016 von Basti
 
Beste Antwort

Hallo Veronika, 

die EU hat für Klimawandel und nachhaltige Energiewirtschaft drei Kernziele bis 2020 verfasst. Eines dieser Ziele ist die Steigerung der Energieeffizienz um 20 %. Um dieses Ziel zu erreichen werden Regelungen für die Nutzung energieeffizienter Geräte eingeführt. Die Energieeffizienz einer Heizungsanlage wird an der Kennzahl „jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz“ ausgemacht, welche die „echte“ Energieeffizienz einer Anlage ausgibt. Hier wird neben der Umwandlung der eingesetzten Energieträger (Gas, Öl, Biomasse oder elektrischer Energie) auch die benötigte Hilfsenergie berücksichtigt.

Die jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz liegt bei einem Gas-Brennwertkessel bei ca. 93 % und ist im Vergleich zu einer Sole-Wasser-Wärmepumpe, welche unter optimalen Bedingungen und Einstellungen eine Effizienz von über 150 % erreichen kann, eher schlecht.  Ein alter Standard-Heizkessel ohne Brennwerttechnologie hat eine jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz von ca. 63 %.

Da ab dem 26.09.2015 nur noch Heizgeräte (nach ErP Richtlinie „Raumheizgeräte und Kombiheizgeräte mit Brennstoffheizkessel bis 70 kW) mit einer jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz von mehr als 86 % verbaut werden dürfen, fallen bereits hier einige Niedertemperaturheizungen raus, sodass als Mindeststandard für Heizungen fast nur noch Brennwertheizungen in Frage kommen, die verbaut werden.

Falls du mehr zum ErP Label erfahren möchtest, kann ich dir meinen Beitrag zum ErP Label für Heizungsanlagen empfehlen.

Ich hoffe ich konnte dir damit etwas weiterhelfen.
Liebe Grüße, Martin

+1 Punkt
Beantwortet 4, Nov 2016 von GESBB (1,160 Punkte)
Hallo,

Moderne Brennwertgeräte haben viele Vorteile, wobei dem "Brennwerteffekt" im praktischen Betrieb nur eine untergeordnete Beudeutung zukommt.
Von theoretisch 11% sind praktisch meist nur 1...3% tatsächlich nutzbar, je nach Anlagendimensionierung.
Der wesentliche Vorteil derartiger Geräte beruht auf der bedarfsgerechten Leistungsmodulation je nach tatsächlichem Bedarf und der auch hydraulischen Verwertung in der jeweils zentralen Regelung.

v.G.

NB:
Label bzw. bunte Aufkleber haben mit der tatsächlichen Energieeffizienz einer Anlage absolut nichts zu tun.

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