Lüftungsanlage gesucht?

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Allgemeines zur Lüftungsanlage

Bild: Lüftungsanlage fürs Bad
Abfluftanlage im Badezimmer | © Epov Dmitry / shutterstock.com

Eine gute Wohnraumlüftung ist wichtig. Je besser die Gebäudedämmung ist, desto schwerer können Feuchtigkeit, schlechte Gerüche und verbrauchte Luft durch Zirkulation nach außen gelangen.

In besonders gut gedämmten Gebäuden wie Effizienzhäusern, Passivhäusern oder Nullenergiehäusern reicht dann auch das normale Lüften über die Fenster nicht mehr aus, sodass eine Lüftungsanlage zum Einsatz kommen muss.

Dabei wird vor allem Schimmelbildung vermieden, indem die Feuchtigkeit aus dem Raum abgeleitet wird - speziell im Bad und in der Küche sind Lüftungsanlagen deshalb grundsätzlich sinnvoll. Ist die „schlechte Luft” abgeführt, saugen Lüftungsanlagen frische Luft von außen an und verteilen sie im Wohnraum. So gibt es eine kontrollierte Luftzirkulation.

Bauarten: Zentral und Dezentral

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Lüftungsanlagen: Die zentrale Lüftung und die dezentrale Lüftung. Der Unterschied besteht in der Luftverteilung. Eine zentrale Lüftungsanlage arbeitet mit einem Hauptgerät in einem System aus zusammenhängenden Lüftungskanälen, über die Luft angesaugt bzw. abgeleitet wird.

Die dezentrale Lüftung hingegen besteht aus meist mehreren kleinen Geräten, die direkt in die Wand integriert werden und kein aufwendiges Luftkanal-System benötigen, sondern nur einen kleinen Luftschacht. Einzige Voraussetzung dafür ist, dass es sich um eine Wand handelt, die auf der anderen Seite eine Außenwand ist.

Besonders effizient ist die Variante einer Lüftung mit Wärmerückgewinnung (WRG). So wird die Frischluft mit der Wärme aus der verbrauchten Luft wieder „aufgeladen”. Die Vorteile und Nachteilen von Lüftungsanlagen aller Arten haben wir hier kompakt zusammengefasst:

Lüftungsanlage Variante Vorteile Nachteile
Zentral Nur Abluft Günstigste zentrale Lüftung Keine Frischluftzufuhr
Im Altbau: Nachträgliche Installation aufwendig (Rohrleitungssystem)
Standard (Zu- und Abluft) Bestmöglicher Luftaustausch Anschaffungs-Kosten höher als bei Abluft-Anlage
Im Altbau: Nachträgliche Installation aufwendig (Rohrleitungssystem)
Mit Wärmerückgewinnung Bestmöglicher Luftaustausch Teuerste zentrale Lüftung (Anschaffungs-Kosten)
Wärmerückgewinnung spart Heizkosten Im Altbau: Nachträgliche Installation aufwendig (Rohrleitungssystem)
Dezentral Nur Abluft (z. B. in Bad oder Küche) Günstigste dezentrale Lüftung Keine Frischluftzufuhr
Standard (Zu- und Abluft) Bestmöglicher Luftaustausch Anschaffungs-Kosten höher als bei Abluft-Anlage
Mit Wärmerückgewinnung Bestmöglicher Luftaustausch Teuerste dezentrale Lüftung (Anschaffungs-Kosten)
Wärmerückgewinnung spart Heizkosten

Welche Lüftungsanlage kaufen?

Bild: Abluftgitter einer dezentralen Lüftungsanlage
Abluftgitter einer dezentralen Lüftung | © MemoryCatcher / pixabay.com CC0

Die Frage „Welche Lüftungsanlage sollte man kaufen?” lässt sich pauschal nur schwer beantworten. Die Wahl ist unter anderem abhängig davon, ob es sich um einen Altbau oder Neubau handelt.

Im unsanierten Altbau braucht es keine Lüftungsanlage, weil die Luftzirkulation durch Ritzen und Fugen ausreicht. Sofern im gerade erst sanierten Altbau (mit besserer Dämmung) nicht bereits ein Netz aus Lüftungskanälen vorhanden ist, empfiehlt sich eine dezentrale Lüftung.

Sie kann vergleichsweise einfach eingebaut werden und benötigt deutlich weniger Platz als eine zentrale Lüftung mit überall im Haus verzweigtem Luftkanalsystem. Das Durchbrechen der Wand in einem Maß von etwa 25 x 25 Zentimetern (pro Gerät) ist weniger aufwendig als ein komplettes Rohrsystem in den Wänden zu verlegen, wodurch man Handwerker-Kosten sparen kann. Der bauliche Eingriff bleibt minimal.

In der modernsten Variante mit Wärmerückgewinnung nutzen beide Anlagentypen (zentrale und dezentrale Lüftungsanlage) die Raumwärme der abgeführten Luft noch einmal und wärmen die neue Frischluft damit wieder auf. Durch diese Effizienz lassen sich im laufenden Betrieb Heizkosten sparen.

Im Neubau ist in vielen Fällen eine zentrale Lüftungsanlage sinnvoller, weil die Lüftungskanäle direkt vom Architekten mit eingeplant werden können und keine extra Arbeiten (und damit extra Kosten) verursachen, wie es beim nachträglichen Einbau der Fall wäre. Nachfolgend ein Überblick über die jeweils sinnvollste Lüftungsanlage:

Gebäude Lüftungsanlage
Altbau (unsaniert) Keine Lüftungsanlage benötigt
Altbau (vollständig saniert) Dezentrale Lüftungsanlage
Neubau Zentrale Lüftungsanlage

Kosten und Förderung für Lüftungsanlagen

Die Kosten für eine Lüftungsanlage sind abhängig von der Art (zentral/dezentral) und davon, wie viele Räume belüftet werden sollen. Die Anschaffungskosten beginnen bei etwa 2.500 Euro für eine dezentrale Lüftung und bei 8.000 Euro für eine zentrale Lüftung.

Lüftungsanlage Laufende Kosten Kosten inklusive Einbau
Dezentrale Lüftungsanlage (2 Geräte) Ca. 10 € pro Jahr Ab 2.500 €
Zentrale Lüftungsanlage (Nur Abluft) Ca. 45 - 75 € pro Jahr Ab 8.000 €
Zentrale Lüftungsanlage (Zu- und Abluft) Ca. 45 - 75 € pro Jahr Ab ca. 12.000 €

Zentrale Lüftungsanlage - ab 8.000 Euro

Bild: Zentrale Lüftungsanlage
Zentrale Lüftungsanlage im Haus | © Oleg L / shutterstock.com

Bei einer zentralen Abluftanlage kann bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus (150 m²) von einer Investition von rund 8.000 Euro ausgegangen werden. Die Kosten können jedoch von Gebäude zu Gebäude abweichen, da deutliche Unterschiede im Verteilernetz bestehen können.

Auch bei reinen Abluftanlagen ohne Wärmerückgewinnungs-Funktion besteht die Möglichkeit, Wärmeenergie aus der Abluft zurückzugewinnen - nämlich in Kombination mit einer Wärmepumpe. Soll die Option genutzt oder nachgerüstet werden, so muss mit Kosten von 3.000 bis 5.000 Euro gerechnet werden, um die Verbindung zwischen Lüftungsanlage und Wärmepumpe herzustellen. Die Gesamtkosten erhöhen sich entsprechend.

Zentrale Zu- und Abluftanlagen sind mit ungefähr 12.000 Euro bis 16.000 Euro deutlich teurer als reine Abluftanlagen. Zunehmend verfügen jedoch auch günstige Produkte am unteren Ende dieser Preisspanne bereits über die Wärmerückgewinnungs-Funktion. Für den Betrieb einer zentralen Lüftungsanlage können jährliche Stromkosten von 45 bis 70 Euro (für 150 bis 250 Kilowattstunden) angenommen werden.

Zentrale Lüftungsanlage Kosten
Kaufpreis Ab ca. 8.000 €
Betrieb Ca. 45 - 75 € pro Jahr

Energieheld-Tipp: Sollten Sie sich für eine zentrale Lüftungsanlage entscheiden, so ist es sinnvoll, direkt in eine Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung zu investieren, um aktiv Heizkosten zu sparen und den Wohnkomfort Ihres Gebäudes zu erhöhen. Mittelfristig rentiert sich diese Investition.

Dezentrale Lüftungsanlage - ab 2.500 Euro

Bild: Dezentrale Lüftung
Dezentrale Lüftung in der Wand | © DUO Studio / shutterstock.com

Wie viel eine dezentrale Lüftung kostet, ist vor allem abhängig von der Anzahl der Geräte. Zwei Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung kosten rund 1.500 Euro, dazu kommen etwa 1.000 Euro für die Installation durch den Handwerker.

Wer also beispielsweise Bad und Küche belüften möchte, sollte mit einem Betrag von 2.500 Euro rechnen. Die Betriebskosten sind mit 10 Euro pro Jahr sehr niedrig und mit der Wärmerückgewinnung lässt sich gleichzeitig noch ein Teil Heizkosten einsparen.

Geht man von einem Einfamilienhaus mit zehn zu belüftenden Räumen aus, ergibt sich eine Summe von 12.500 Euro für eine dezentrale Lüftungsanlage. Die laufenden Kosten betragen in dem Fall etwa 50 Euro pro Jahr. Dabei handelt es sich um Kosten für den Strom, der für den Antrieb der Ventilatoren und WRG-Technik benötigt wird.

Dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung Kosten
Kaufpreis Ab ca. 1.500 €
Montage Ab ca. 1.000 €
Betrieb Ab ca. 10 € pro Jahr

Bei allen Varianten sollte man in bestimmten Abständen die Filter der Lüftungsanlage reinigen. Das kann in der Regel der Hausbesitzer selbst erledigen, sodass keine weiteren Kosten für die Wartung der Lüftungsanlage anfallen.

Förderung für eine Lüftungsanlage

Bild: Förderung für Lüftungsanlage
Staatliche Förderung für Lüftungsanlagen | © viewcapture / shutterstock.com

Es steht in Deutschland eine Förderung für Lüftungsanlagen zur Verfügung. Seit 2021 fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die „Erstinstallation/Erneuerung von Lüftungsanlagen“ mit 20 Prozent der Kosten.

Um die BAFA-Förderung für Lüftungsanlagen zu erhalten (Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit Einzelmaßnahmen (BEG EM)), müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Zunächst gilt, dass die Förderung nur VOR dem Einbau beantragt werden muss und hierfür eine Kosten-Dokumentation von einem Energie-Effizienz-Experten (zertifizierter Energieberater der dena-Expertenliste) bzw. Fachunternehmen benötigt wird.

Außerdem müssen bestimmte technische Voraussetzungen erfüllt sein. Allen voran muss die Lüftungsanlage mit einer Wärmerückgewinnungs-Funktion ausgestattet und so besonders energieeffizient sein. Wenn Sie die Lüftungsanlage praktisch als Klimaanlage nutzen wollen (also die Temperatur aktiv regeln möchten), kann es sinnvoll sein, sie mit einer Wärmepumpe zu kombinieren - je nachdem welche alte Heizung Sie in Ihrem Gebäude haben. Beide Anlagen erhalten jeweils eine eigene Förderung.

Programm Anlage Förderung
BAFA BEG EM Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung Mindestens 20 %
Wärmepumpe Mindestens 35 %*

*) 50 % möglich, wenn die Wärmepumpe eine alte Ölheizung ersetzt und der ISFP-Bonus für einen individuellen Sanierungsfahrplan in Anspruch genommen wird

Wirtschaftlichkeit: Lohnt sich der Kauf?

Wie wirtschaftlich eine Lüftungsanlage letztendlich ist, hängt von der Bauart und den örtlichen Gegebenheiten ab. Wer vorher besonders im Winter immer viel zu lange per Hand gelüftet hat, wird nach dem Einbau einer zentralen Lüftungsanlage erhebliche Einsparungen bei den Heizkosten feststellen können.

Geht es nur um eine kleine dezentrale Anlage für einzelne Räume, dann stehen eher die sonstigen Vorteile im Vordergrund (bessere Luft, weniger Schimmel etc.). Die günstige Anschaffung und die geringen laufenden Kosten fallen dabei kaum ins Gewicht.

Im Normalfall halten sich jedoch bei allen Lüftungsanlagen die Anschaffung und sämtliche laufende Kosten die Waage mit den möglichen Einsparungen. Im Neubau werden Sie in der Regel eine höhere Wirtschaftlichkeit erreichen, weil der Einbau erheblich einfacher und günstiger ist.

Als ganz groben Rahmen können Sie für den umfassenden Einsatz von Lüftungsanlagen in Einfamilienhäusern mit einem Stromverbrauch zwischen 150 und 250 Kilowattstunden pro Jahr rechnen. Jede Kilowattstunde elektrischer Energie spart etwa 10 bis 20 Kilowattstunden Heizenergie ein.

Weitere Themen

Bild: Zentrale Lüftung
Zentrale Lüftungsanlage | © pawel_czerwinski / unsplash.com CC0

Es gibt noch einige weitere Dinge und Aspekte, die Sie im Blick haben sollten, wenn Sie eine Lüftungsanlage kaufen und installieren lassen möchten. Dazu gehören Fragestellungen vor dem Einbau und im laufenden Betrieb.

Was beachten bei einer Lüftungsanlage im Haus? Wie oft müssen die Filter gereinigt werden? Ist eine Lüftungsanlage im Neubau Pflicht? Sind Lüftungsanlagen für Allergiker geeignet? Nachfolgend einige hilfreiche Antworten.

Filter reinigen und Tipps für Allergiker

Lüftungsanlagen sind - ähnlich wie Klimaanlagen - mit Filtern ausgestattet, die dafür sorgen, dass Bakterien, Pollen, Sporen und andere Stoffe nicht über die Frischluft ins Innere der Wohnung gelangen. Abhängig von der Filterklasse ist damit die Lüftungsanlage für Allergiker geeignet. Speziell Allergiker sollten regelmäßig die Filter der Lüftungsanlage reinigen.

Die Filterreinigung sollte im Normalfall zwei bis vier Mal pro Jahr erledigt werden. Allergiker können den Reinigungsintervall erhöhen und ihrer Sensibilität anpassen. Meist gibt der Hersteller eine Empfehlung für die Reinigungs- oder auch Filterwechsel-Intervalle vor.

Pflicht im Neubau?

Immer wieder hört man es, aber stimmt es wirklich, dass eine Lüftungsanlage im Neubau Pflicht ist? Die Antwort ist: Nein, direkt verpflichtend ist eine Lüftungsanlage grundsätzlich nicht. Sie ist aber aus den bereits genannten Gründen sinnvoll.

Davon abgesehen ist bei Neubauten und bestimmten Sanierungen ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 vorgesehen. Es wird von einem Sachverständigen (z. B. Architekt, Fensterbauer, Dachdecker) erstellt und gibt Auskunft über die zu erwartenden Eigenschaften der Gebäudehülle. Anhand der Berechnungen wird die benötigte Leistung der Lüftungsanlage angegeben. Eine Pflicht, im Anschluss eine Lüftungsanlage einbauen zu lassen, gibt es jedoch nicht.

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